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Name Unterlangenegg

Es gibt folgende historische Erwähnungen, die belegen dass das Gebiet Unterlangenegg bereits seit langer Zeit existiert und mehrmals erwähnt wurde:

1274: villa de Langenegga
1401: langenek
1485: Denne die von der langeneck
1542: Langen Egk

Bedeutung
Langenegg ist eine Bildung aus dem Adjektiv lang und dem Gattungswort Egg (althochdeutsch ekka, egga, „Spitze, Kante, Winkel“). In der Ortsnamensgebung waren damit meist „Bergrücken“ gemeint. Die althochdeutsche Grundform ist langun ekko („beim langgestreckten Bergrücken“).

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Bedeutung des Wappens

Wappen

Das seit 1944 eingesetzte Gemeindewappen: Geviert von Schwarz mit einer halben silbernen Burg am Spalt und von Silber mit einer ausgerissenen grünen Tanne mit rotem Stamm.

Die Tannen weisen auf die waldreiche Gegend hin, die schwarzen Viertel (Ecken) auf Schwarzenegg. Die Burgen sind der Hinweis auf die frühere Zugehörigkeit zu Steffisburg.

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Geschichte des Ortes

Zwei Streufunde aus der Bronzezeit (ca. 2000 – 1200 v.C.) belegen, dass das landwirtschaftlich gut nutzbare Land in früher Zeit besiedelt oder wenigstens begangen worden ist.

Das Thuner Ostamt war auch früher nicht nur das Hinterland Steffisburgs. Spätestens seit 1146, als der Freiherr Burkhard von Heimberg die Schwarzenegg, den Buchholterberg und den Churzenberg (bis Röthenbach) erwarb und das Land dem Kloster Rüeggisberg schenkte, hatte dieses Gebiet seine eigene Geschichte.

Später im Mittelalter gehörte das Gebiet wie das übrige Zulgtal zur Freiherrschaft Heimberg, fiel nach 1218 an die Grafen von Kiburg und kam 1384 durch das „Freie Gericht an der Louwinen“ mit den heutigen Gemeinden Steffisburg, Heimberg, Brenzikofen, Herbligen, Fahrni, Oberlangenegg, Eriz, Horrenbach-Buchen, Homberg, Teuffenthal, Schwendibach, Goldiwil, Heiligenschwendi und Sigriswil zur Stadt Bern. Diese verwaltete das Gebiet im Rahmen des äusseren Amtes der Landvogtei Thun und des Freigerichts Steffisburg, zu dessen Kirchgemeinde es auch gehörte.

Nach einer anderen Urkunde schenkte der Junker Walter von Matten 1289 seiner Frau das Gut Horben auf der „unteren Langenegg“ als Morgengabe (Hochzeitsgeschenk). Nach Überlieferung soll auf den Grundmauern des jetzigen Horbenhauses ein Jagdhaus des damaligen Adels gewesen sein. Weiter ist in alten Schriften ersichtlich, dass die Güter Halten, Äbniten und Dachsegg im Jahre 1312 dem Kloster Interlaken verkauft wurden.

Erst mit dem Freigericht Steffisburg unter Berns Herrschaft gewann die „untere Langenegg“ an Bedeutung. Anlass dazu gab die Täuferbewegung nach der Reformation im 16. und 17. Jahrhundert sowie der 1653 ausgebrochene Bauernkrieg.
Mit Anhängern beider Bewegungen von der Langenegg hatte sich das Freigericht Steffisburg im Auftrage Berns zu befassen. Weder durch die von Bern vorgesehene Ausrottung der Täufer noch durch die Unterdrückung der Bauern ernteten die gnädigen Herren von Bern viel Ehre.

Nachdem die freien Bauern den Boden freigekauft hatten, setzte nach der Reformation die Bildung der politischen Gemeinde ein. Da der Staat Mühe hatte, in dieser Region das Täufermandat durchzusetzen, wurde 1693 mit so genanntem Täufergut die Kirche Schwarzenegg als kirchliches Zentrum für das innere Zulgtal erbaut. Von 1693 bis zum Einfall der Franzosen 1798 sind bei uns keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

Durch die von der französischen Besatzung eingesetzte Helvetik kam Unterlangenegg zum Distrikt Steffisburg. Auch unsere Gemeinde litt unter den fremden Truppen, sei es wegen allgemeiner Frechheiten, Sittenlosigkeiten oder der Wegnahme von Vieh aller Art zum Schlachten. Es musste Frondienst geleistet werden. Das Schlimmste war aber das Soldbündnis: Zwischen 1800 und 1814 musste der Distrikt Steffisburg fortwährend 29 wehrfähige Männer der Armee Napoleons stellen. Nicht zu verwundern ist, dass während dieser unruhigen Kriegszeit die Landbevölkerung von Armut sowie zum Teil Hungersnot und Seuchen aller Art heimgesucht wurde.

Liberale Kräfte bewirkten in der Neuzeit 1831 die Abdankung des bernischen Patriziates. In Folge dessen wurde 1831 die erste bernische Staatsverfassung erlassen, welche die Grundlage für ein Gemeindegesetz bildete. Die Kirchgemeinde Schwarzenegg wurde in vier autonome Gemeinden aufgeteilt: Eriz, Horrenbach-Buchen, Oberlangenegg und Unterlangenegg.

Im Vorfeld des 2. Villmergerkrieges war ein befestigter Kirchhof als Abwehr gegen ein Vordringen der Luzerner über den Schallenberg geplant. Die Bastionen wurden zum Teil wohl auch ausgeführt, sind aber wieder verschwunden. Die Kirche selbst wurde 1943 einer Renovation und 1977 einer Restauration unterzogen.

Auch ein Schulhaus wurde 1828 gebaut. Um 1850 erreichte Unterlangenegg die höchste Bevölkerungszahl von 1250 Personen – deshalb wurde 1852 ein neues Schulhaus nötig.

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Heimatberechtigte

Folgende Nachnamen weisen oft den Heimatort Unterlangenegg auf:
Althaus, Bürki, Büchler, Fahrni, Fuchser, Gysler, Gerber, Hodel, Kröpfli, Kropf, Schenk, Wenger und Zaugg.

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