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Facebook, twitter, myspace… und wie sie alle heissen

Warum verfügt die Gemeinde Unterlangenegg über keinen offiziellen Auftritt in einem oder mehreren der sogenannten „Social Media“-Netzwerken?

Aus unserer Sicht ist ein solcher Auftritt schlicht kein Muss. Wir sind der Überzeugung, dass die Informationskanäle mit dem Amtlichen Anzeiger, der Gemeindepost und unseren Internetauftritt vollständig ausreichen. Zudem darf nicht vergessen gehen, dass die Social Media Angebote auch immer mögliche Gefahren darstellen und ungeahnte Eigendynamiken annehmen können. Dazu sind bereits viele Beispiele von negativen Auswirkungen und Missbrauch publik geworden. Wir sind der Auffassung, dass diesen Plattformen nicht auch noch durch den Beitritt von Gemeinden offizieller Charakter verliehen werden darf.

Es ist auch nicht zu vergessen, dass man durch die Nutzung z. B. von Facebook die Hoheit an den persönlichen Daten übergibt. Jedes Foto oder andere Daten gehören einem nicht mehr! Wie man sich wehren kann? Klagen! Wo? In den USA! Es ist also praktisch nicht möglich, dagegen vorzugehen wenn eigene Daten für irgendwelche Zwecke verwendet werden.

Ein guter Beitrag dazu ist aus unserer Sicht die Stellungnahme von Oswald Sigg, dem ehemaligen Bundesratssprecher. Er äusserte sich an einer von der „Schweizerischen Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber“ und dem „Schweizerischen Städteverband“ organisierten Tagung wie folgt:

Facebook ist vor allem eine Geldmaschine
Ich bin kein Experte und User, sondern ein Pensionierter, ein Bürger, aber nicht ein pensionierter Bürger. Ich habe mich weder mit Facebook noch mit Google vorbereitet, sondern durch Zeitungslektüre. Facebook als soziales Medium ist ein schräger Begriff. Facebook ist kein Verein, keine Sekte, kein börsenkotiertes Unternehmen, sondern eine Plattform, eine Spielwiese; noch immer etwas Neues. Als ich in die Schule ging, wurde die Schiefertafel verdrängt. Die Migrosverkaufswägen waren eine neue Erscheinung; meine Mutter meinte, die Migros wolle nur die kleinen Läden verdrängen. Da behielt sie recht. Facebook wird uns etwas ganz Neues bescheren. Jede Plattform steht auf einer Grundlage. Für Facebook ist es das Internet. Wie steht es mit seiner «digitalen Statik»? Cyberattacken werden verschwiegen. Ist das Internet als wichtigstes Fundament für die Datenwelt zu schwach?

Internet wurde im Auftrag der US Army erfunden. Man wollte etwas Simples. Heute wächst die digitale Wirtschaft rasant; sie ist grösser als die ganze Pharmabranche oder die Branche der erneuerbaren Energien. Man hat die Basis für eine explodierende Internetkriminalität gelegt; man wird als simpler Bürger überfallen und betrogen. Es gibt Experten, die sagen, das Internet sei kaputt, es könnte zusammenbrechen.

Die Präsenz auf Social Media sei ein Muss, wird gesagt. Ich teile diese Auffassung nicht. Wenn Behörden auf Facebook gehen, offizialisieren sie solche Foren. Als öffentliche Behörde muss man wissen, mit wem man sich einlässt. Facebook ist vor allem eine Geldmaschine; es verdienen Coca-Cola, Starbucks und Disney. Das Sammeln von Daten auf Facebook ist ein Riesengeschäft. Der Wert von Facebook wird auf 60 bis 70 Mrd. Franken geschätzt.

Uns steht die radikale Exhibition bevor. Der Computer wird unsere Identität; er zerstört das Private, vielleicht auch das Intime. Und das alles durch ein Instrument mit dem Beinamen «sozial». Vielleicht wird das auch totalitär. Für diese Entwicklung tragen jene Behörden eine Verantwortung, die glauben, für ihre Kommunikation Facebook benutzen zu müssen. Dem gegenüber steht immer noch das archaische Gespräch zwischen Menschen. Das direkte Gespräch zwischen Bürger und Politiker darf nicht vergessen gehen; es bleibt die höchste Stufe und unersetzlich.

 

Der Facebook-Auftritt von Unterlangenegg wird von einem engagierten Bürger unserer Gemeinde betrieben. Die Seite ist gut gemacht, wird laufend aktualisiert und die Inhalte stammen derzeit grossmehrheitlich von unserer Webseite (unterlangenegg.ch). Wir gehen nicht dagegen vor, da uns dazu einerseits die rechtliche Grundlage fehlen würde und wir auf der anderen Seite nicht an der eigenständigen Nutzung und Aktualisierung dieses Informationskanals interessiert sind. Wir halten aber hier klar fest, dass wir für deren Inhalt jegliche Verantwortung strikte ablehnen und dass die dort veröffentlichten Beiträge nicht durch uns überprüft werden.