Mitwirkung zur Umsetzung von Verkehrsmassnahmen auf der rechten Thunerseeseite
«Verkehrszukunft Region Thun»; Medienmitteilung vom 22. Oktober 2026
Hübelitunnel oder Aarequerung Süd – welches ist die beste
Langzeitoption für die Region Thun?Der Vorstand des Entwicklungsraums Thun (ERT) hat grünes Licht für den Auftakt zum Projekt «Verkehrszukunft Region Thun» gegeben. Das Projekt soll bis 2028 klären, welche Tunnelvariante als Langzeitoption in die Agglomerationsplanung einfliessen könnte. Bevor sich die Fachleute in die kniffligen technischen Fragen vertiefen, kann sich die Bevölkerung ein erstes Mal einbringen.
Um es vorwegzunehmen: Die kurzfristigen Verkehrsprobleme in der Region Thun löst das Projekt «Verkehrszukunft Region Thun» nicht. Dafür braucht es andere Massnahmen. Eine Tunnellösung würde nach aktuellem Stand der Dinge kaum vor 2040 realisiert werden können. Die Nutzniessenden einer Umfahrung wären die künftigen Generationen – und sie würden auch den Hauptteil der Kosten tragen müssen.
Ein erstes Stimmungsbild zum Projektauftakt
Ob es in der Region Thun überhaupt je einen neuen Umfahrungstunnel geben wird, hängt – nicht nur, aber in hohem Mass – von der Bevölkerung der Region Thun selber ab. Zum einen braucht es angesichts der hohen Kosten – je nach Lösung über 500 Millionen Franken – einen breiten Konsens über die Notwendigkeit und den Nutzen eines neuen Tunnels. Zum anderen verlangen Bund und Kanton von der Region Thun ein Bekenntnis zu einer der beiden Varianten, bevor weitere Planungsschritte an die Hand genommen werden können.Für die Projektverantwortlichen des Entwicklungsraums Thun (ERT) ist dabei der Einbezug unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in die Variantenprüfung ein wichtiger Erfolgsfaktor. Eine digitale Startbefragung zum Projektauftakt (siehe dazu Kasten am Schluss der Medienmitteilung) soll auch Bevölkerungsgruppen erreichen, die in Planungsprozessen oft wenig zu Wort kommen – etwa Jugendliche oder politisch nicht organisierte Bürgerinnen und Bürger. Im späteren Verlauf des Projekts sind weitere Beteiligungsformate vorgesehen.
Anknüpfung an die Verkehrsstudie von 2023
Das Projekt «Verkehrszukunft Region Thun» knüpft an die vom Entwicklungsraum Thun (ERT) 2023 durchgeführte «Verkehrsstudie Thun Innenstadt – rechte Seeseite» an. Die Studie, die unter Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden, Organisationen und Quartierleisten erarbeitet wurde, weist die grundsätzliche Machbarkeit und Zweckmässigkeit von drei Lösungsansätzen zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Thuner Innenstadt und am rechten Thunerseeufer nach.Zum einen handelt es sich dabei um die sogenannte «Gesamtverkehrsvariante». Diese umfasst diverse Massnahmen wie eine ausgebaute Hangbuslinie, eine attraktive Veloinfrastruktur mit einer zusätzlichen Brücke für den Langsamverkehr zwischen Hofstettenstrasse und Bahnhof sowie Verbesserungen beim Verkehrsmanagement. Zum anderen handelt es sich um zwei alternative Langfrist-Varianten für einen neuen Entlastungstunnel: den «Hübelitunnel», beziehungsweise die «Aarequerung Süd».
Mit Kosten von rund 34 Millionen Franken ist die «Gesamtverkehrsvariante» vergleichsweise kostengünstig und rasch umsetzbar. Die Gesamtverkehrsvariante wurde bereits beschlossen. Verschiedene Massnahmen daraus sind in das Agglomerationsprogramm der 5. Generation eingeflossen. Für den Fall, dass die Entlastung durch die Gesamtverkehrsvariante nicht ausreicht, gilt es zu entscheiden, welche der beiden Tunnelvarianten im Rahmen der Agglomerationsplanung weiterverfolgt werden soll. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Beide sind vergleichsweise teuer, haben während Bau und Betrieb Auswirkungen auf die Umgebung. Sie beeinflussen die künftige Entwicklung von Stadt und Region Thun, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Und bei beiden Tunnelvarianten gibt es offene Fragen in Bezug auf die konkrete Realisierung, etwa zur genauen Lage und Ausgestaltung der Tunnelportale.
Kanton unterstützt das Projekt «Verkehrszukunft Region Thun»
Das Projekt «Verkehrszukunft Region Thun» soll bis 2028 die Grundlagen für einen fundierten, nachhaltigen Variantenentscheid liefern. Für die planerischen Abklärungen steht ein Budget von insgesamt 1.1 Millionen Franken zur Verfügung. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat im September 2026 einen Kantonsbeitrag von rund 825’000 Franken gesprochen. Die restlichen Kosten von 275’000 Franken tragen je zur Hälfte der ERT sowie die direkt am Projekt beteiligten Gemeinden (Sigriswil, Oberhofen, Hilterfingen, Thun, Steffisburg).
Der Medienmitteilung war der Link zur Umfrage für die Bevölkerung angehängt:

























