Waldbrandgefahr im Verwaltungskreis Thun
13. August 2026: Kantonsweites Feuerwerksverbot sowie Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe (unverändert zu Vorwoche)
Wegen anhaltender Hitze, Wind und fehlender flächendeckender Niederschläge bleibt die Beurteilung unverändert: «Grosse Waldbrandgefahr» Stufe 4 im ganzen Kanton Bern.

Verhaltenshinweise
Die Regierungsstatthalterämter des Kantons Bern haben aufgrund der grossen Waldbrandgefahr ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe (50 m Abstand) erlassen: Das Entfachen von Feuer im Wald oder in Waldesnähe ist bis auf Widerruf im ganzen Kanton untersagt.
Ausserhalb der Verbotsgebiete bei windigen Verhältnissen oder prognostiziertem kräftigem Wind unbedingt ganz auf Feuer verzichten. Ohne Wind Feuer nur mit grösster Vorsicht entfachen, immer beobachten und Funkenwurf sofort löschen. Vor Verlassen der Feuerstelle die Glut vollständig löschen. Raucherwaren nie achtlos wegwerfen.
Gefahrenbeschrieb
In Regionen mit «grosser» Wald- und Flurbrandgefahr (Stufe 4) können Brände leicht entstehen. Die Streuschicht ist vielerorts bereits wieder trocken und kann sich leicht entzünden. Die Feuerintensität und die Ausbreitung sind durch den hohen Anteil an trockenem Brandgut gross. Das Feuer brennt tief, die Flammenlänge ist gross. Feuer können im Boden weiterschwelen. Kronenfeuer sind in niederen Nadelholzbeständen oder an Hanglagen zu erwarten. Mit Wind ist in leicht entzündbarem Brandgut und in Nadelholzbeständen Flugfeuer zu erwarten.
Achtung! Insbesondere bei Bränden in Nadelholzbeständen in Hanglage muss mit gefährlichem Feuerverhalten gerechnet werden. Windböen führen zu einer schnellen Feuerausbreitung.
Besondere Vorkommnisse der letzten Tage
Vom 5. bis 11. August wurden elf Vegetationsbrände gemeldet, davon acht im Wald und drei im freien Gelände. Als Brandursachen wurden sechs Mal Zigarettenstummel vermutet, zweimal Brandstiftung und je einmal Landwirtschaft, Eisenbahn und Sprengung. Die Brände blieben dank aufmerksamer Bevölkerung, rascher Intervention der Feuerwehren und generell schwachem Wind klein. Der grösste Brand, der mutmasslich durch Brandstiftung ausgelöst wurde, fand in Wiedlisbach statt und betraf 0,045 ha.
Allgemeine Lage
Im Berner Oberland und im nördlichen Berner Jura fiel verbreitet etwas gewittriger Niederschlag. Die restlichen Gebiete blieben trocken bei wieder heissen Temperaturen. Am wenigsten Niederschlag fiel in den vergangenen 30 Tagen in der Region Bern-Mittelland, hier wurden knapp 30 mm verzeichnet, was nur rund 20 % der üblichen Menge entspricht. Zusammen mit den ausserordentlich langen, heissen Phasen mit entsprechend grosser Verdunstung verschärft sich die verbreitete Trockenheit weiter. Aus vielen Gebieten werden flächig Verfärbungen der Buchen und teilweise Laubfall gemeldet, neu auch aus den unteren Tälern des Berner Oberlandes. Im Saanenland, im Gantrischgebiet, im östlichen BEO und im nördlichen Berner Jura ist die Situation etwas besser. Im Mittelland steht auch die Fichte unter Trockenstress.
Entwicklung und Tendenz
Mit der anhaltenden Hitze und der aussergewöhnlich trockenen Luft ist die Entzündbarkeit bis am Samstag sehr hoch. Die Bise schwächt sich ab, es ist allgemein schwachwindig, besonders in der Nacht und am Vormittag. Daher ist im Brandfall keine sehr schnelle Ausbreitung zu erwarten, allfällige Brände sind spätestens in den Morgenstunden wieder zu kontrollieren. Mit einer deutlichen Abkühlung auf ein jahreszeitsübliches Niveau sind spätestens am Montag verbreitet Niederschläge zu erwarten. Einzig im Gewitterumfeld sind kurzfristig starke Böen möglich.
Weitere Informationen finden Sie auch stets auf der Kantonsseite www.be.ch/waldbrandgefahr.
Telefonische Auskünfte
Die Regierungsstatthalterämter stehen der Bevölkerung zudem telefonisch für die Beantwortung von Fragen zu den Feuerverboten zur Verfügung:
- Während den ordentlichen Bürozeiten: 031 635 98 98 (Regierungsstatthalteramt Thun)
- Ab 17.00 Uhr und an den Wochenenden: 031 635 23 53 (Hotline)

























